Edge AI und Datensouveränität

Ein virtueller Sensor ist nur dann brauchbar, wenn er dort rechnet, wo die Messgröße gebraucht wird: im Steuergerät, im Regelkreis, im laufenden Betrieb. Data Sensors exportiert das trainierte Modell deshalb als eigenständigen Code für genau dieses Zielsystem - und trainiert es vorher vollständig auf Ihrem eigenen Rechner.

Trennung von Training und Inferenz

Edge AI bedeutet hier eine klare Trennung: Das Training findet auf dem Rechner des Ingenieurs statt, in jedem Fall innerhalb des Firmennetzwerks. Die Inferenz findet ausschließlich auf dem Zielsystem statt, also auf dem Steuergerät. Beides erfordert keinen externen Dienst. Insbesondere werden keine Messdaten und keine Modelle an einen KI-Anbieter wie ChatGPT oder Claude übertragen.

Der von Data Sensors erzeugte Code läuft direkt auf dem Zielsystem, also auf einem Mikrocontroller, in einem Simulink-Block oder in jeder anderen Umgebung, die C, C++, Python oder MATLAB ausführt. Es ist eine eigenständige Implementierung der Vorhersagefunktion: keine Abhängigkeit von Data Sensors, keine Laufzeitbibliothek, gegen die gelinkt werden müsste, und keine Netzwerkverbindung zur Laufzeit.

Modellgröße

Auf einem Steuergerät ist nicht die Genauigkeit die erste Randbedingung, sondern der Platz. Jeder Export ist deshalb wahlweise in voller Genauigkeit oder int8-quantisiert möglich, und der Exportdialog zeigt für beide Varianten vorab eine Schätzung von Größe und Genauigkeit. Die Abwägung zwischen „passt in das Flash-Budget“ und „entspricht exakt der Genauigkeit zum Trainingszeitpunkt“ findet damit vor dem Speichern statt und nicht erst beim Flashen.

Aus demselben Grund ist der Export nicht auf den bestplatzierten Eintrag der Bestenliste beschränkt: Ein etwas weniger genauer Random Forest kann auf Ihrer Zielhardware schneller laufen, ein kleineres neuronales Netz besser in den verfügbaren Speicher passen. Jeder Eintrag ist einzeln exportierbar.

Export eines nicht gewinnenden Bestenlisten-Eintrags (random_forest) mit Vorschau von Größe und Genauigkeit

Datensouveränität

Messdaten aus Erprobungen und der Applikation sind IP-relevante Firmengeheimnisse und bilden charakteristische Strategien ab. Sie beschreiben das Verhalten eines Produkts, das noch nicht auf dem Markt ist. Diese Daten sollten in keine Cloud gelangen.

Data Sensors läuft vollständig offline: Das Training findet auf Ihrem Rechner statt, es gibt keinen Cloud-Upload der Messdaten, kein Konto und keine Registrierung.

Mit einer Virtual-Sensor-Lizenz dürfen Sie den exportierten Code ohne weitere Lizenzgebühren in Ihren eigenen Produkten einsetzen. Er bleibt auch dann lauffähig, wenn Sie Data Sensors später nicht mehr verwenden. Einzelheiten stehen auf der Seite Lizenzierung.

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Links bleiben Messdaten, Training und Code-Export im Firmennetzwerk. Rechts gehen die Messdaten zum Training ins Internet, der erzeugte Code kommt zurück. Auf dem Steuergerät landet in beiden Fällen derselbe Code; im zweiten Fall haben die Messdaten dabei das Firmennetzwerk verlassen.

Was das für Ihre Absicherung bedeutet

Ein eigenständiges Codeartefakt ohne Laufzeitabhängigkeit lässt sich mit denselben Werkzeugen behandeln wie der übrige Seriencode: einchecken, reviewen, statisch analysieren, gegen Referenzdaten testen. Data Sensors liefert das Modell und die Genauigkeitswerte; die Bewertung, ob ein virtueller Sensor eine Messstelle ersetzen darf, liegt bei der zuständigen Fachabteilung.